Sanierung & Fassadengestaltung
Die Fassadengestaltung und energetische Sanierung der Gebäude der Baugenossenschaft Fluwog Nordmark eG, an den Straßenabschnitten Heideblöck und Steinbeker-Grenzdamm, bekennt sich mit Respekt zu den Fertigteilkonstruktionen mit ihren klaren Linien, den abwechselnd gestalteten Bauabschnitten und den exzellent proportionierten Großformen. Klare geordnete Strukturen, eingewachsen in üppiges Grün, lassen den Menschen viel Platz, Licht und Außenraum. Selbst die Fertigteilblumenkästen vor den großzügigen Loggien schaffen eine aufgeräumte Ruhe und menschliche Ablesbarkeit.
Architektur
Es ist eine implantierte Lösung umgesetzt worden, die den im Bestand überzeugenden Entwurf im Geiste der 70er Jahre verdient zurückhaltend weiterentwickelt hat. Die gesamte Fertigteilstruktur wird gestalterisch mittels Austausch der Fensterelemente und Fassadenfüllungen durch räumliche Implantate, die in die Loggien eingefügt wurden, gewürdigt: Wo vorher ein zweidimensionales Fassadenelement war, ist jetzt ein integral gestaltetes “Schutzelement” zwischen Innenraum und Brüstung eingesetzt.Diese räumliche Modernität gibt dem Großwohnobjekt einerseits eine zeitgemäße Ausprägung und löst andererseits eine Reihe bauphysikalischer Problempunkte: Hinter der champagnerfarbenen bzw. schwarzblauen Verkleidung sind die Betonfertigteile im Übergangsbereich zu den Innenräumen durch Dämmplatten thermisch entkoppelt. Über die Gesamtlänge des Objektes ergibt sich gleichzeitig durch die gegenläufigen Schräganschnitte eine oszillierende Ablesbarkeit von Wohneinheiten, die über die gesamte Fassadenlänge angenehm untergliedert wird.
Insgesamt erscheint der Gebüudekomplex in drei großen baulichen Untereinheiten
Energiedesign
In dem integralen Planungsprozess wurde ein nachhaltiges und ökologisches Gesamtkonzept zur energetischen Sanierung für den Gebäudekomplex umgesetzt. Mit den gewählten technischen und bauphysikalischen Qualitäten wird die Wohnanlage auf den Neubaustandard nach Energieeinsparverordnung 2009 saniert. Dabei wurde insbesondere das Thema der bautypologischen Wärmebrücken durch eine gestalterisch integrierte Flankendämmung gelöst.
Mit der Nutzung lokaler Ressourcen werden durch den Anschluss an die Fernwärmeversorgung die primären- energetischen Vorteile für das Projekt erschlossen. Zusätzlich sind erneuerbare Energien auf dem Dach des Gebäudes integriert und tragen zur Reduzierung des Primärenergiebedarfs bei.
Analog zu den Förderkriterien in der Stadt Hamburg wurde eine mechanische Abluftanlage für die Wohnräume installiert. Frische Luft strömt über fassadenintegrierte Außenwanddurchlässe in die Wohnungen und wird in den Kernzonen und innenliegenden Bereichen abgesaugt. Um Zugerscheinungen zu vermeiden sind die Zuluftöffnungen mit den statischen Heizkörpern zusammenhängend installiert und wurden im Zuge der Neugestaltung der Fassade integriert.
Die Qualität von Planung und Ausführung wurde über alle Leistungsphasen hinweg kontinuierlich gesichert sowie durch geeignete Verfahren wie Thermographie und Luftdichtheitsmessungen überprüft und am Ende bestätigt. Nur durch den ganzheitliche Ansatz die Gebäuehülle und -technik aus der konzeptionellen Lösung heraus zusammen mit der Architektur zu entwickeln, konnte das ambitionierte Ziel hohen Wohnkomfort und Energieeffizienz mit guter Gestaltung zu kombinieren, erreicht werden.